GdB-Feststellungsbescheid verstehen: Was steht drin und was bedeutet es?
Du hast deinen Feststellungsbescheid vom Versorgungsamt erhalten und verstehst nicht, was drinsteht? Keine Sorge — das geht vielen so. Dieser Ratgeber erklärt dir jeden Abschnitt deines Bescheids und hilft dir einzuschätzen, ob ein Widerspruch sinnvoll ist.
Was ist der Feststellungsbescheid?
Der Feststellungsbescheid ist das offizielle Dokument des Versorgungsamts, in dem dein Grad der Behinderung (GdB) festgestellt wird. Er enthält den Gesamt-GdB, die einzelnen Funktionsbeeinträchtigungen mit ihren Einzel-GdB-Werten, eventuell zuerkannte Merkzeichen (z.B. G, aG, H, B, Bl) und eine Begründung für die Entscheidung.
Gesamt-GdB vs. Einzel-GdB
Ein häufiges Missverständnis: Der Gesamt-GdB wird nicht einfach aus den Einzel-GdB-Werten addiert. Stattdessen wird der höchste Einzel-GdB als Ausgangswert genommen und geprüft, ob die weiteren Behinderungen das Gesamtausmaß der Beeinträchtigung erhöhen. Beispiel: Ein Einzel-GdB von 30 und einer von 20 ergeben nicht automatisch einen Gesamt-GdB von 50. In der Praxis liegt der Gesamt-GdB oft niedriger als die Summe — genau hier liegt Potenzial für einen Widerspruch.
Merkzeichen: Was bedeuten G, aG, H, B, Bl?
Merkzeichen berechtigen zu zusätzlichen Nachteilsausgleichen. G (gehbehindert): Ermäßigung bei ÖPNV und Kfz-Steuer. aG (außergewöhnlich gehbehindert): Blauer Parkausweis und Kfz-Steuerbefreiung. H (hilflos): Steuerfreibetrag von 7.400 EUR und Kfz-Steuerbefreiung. B (Begleitperson): Kostenlose Mitnahme einer Begleitperson im ÖPNV. Bl (blind): Umfassende Nachteilsausgleiche. Prüfe genau, ob dir ein Merkzeichen zusteht, das nicht vergeben wurde.
Die Begründung lesen und prüfen
Die Begründung ist der wichtigste Teil für einen möglichen Widerspruch. Prüfe: Wurden alle deine Diagnosen aufgeführt? Stimmen die beschriebenen Auswirkungen mit deinem Alltag überein? Wurden aktuelle Befunde berücksichtigt? Wurden Einschränkungen heruntergespielt? Wenn du bei einer dieser Fragen mit Nein antworten musst, ist ein Widerspruch wahrscheinlich sinnvoll.
Widerspruch oder akzeptieren?
Du musst den Bescheid nicht akzeptieren. Wenn du den Eindruck hast, dass deine Einschränkungen nicht vollständig erfasst wurden, hast du einen Monat Zeit, Widerspruch einzulegen. Das Risiko ist gering: Der GdB kann im Widerspruchsverfahren nicht herabgesetzt werden. Im schlimmsten Fall bleibt alles beim Alten. Im besten Fall wird dein GdB erhöht — mit allen damit verbundenen Vorteilen.
Lade deinen Feststellungsbescheid hoch — Bescheid-Meister analysiert ihn und erstellt deinen Widerspruch in 10 Minuten.
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